|
|
|
|
Makros sollten dazu gebaut sein, auch im Maßstab um 1:1 bezogen auf KB-Format eine entsprechende optische Leistung zu bringen. Konstruktiv ist es aber schwierig eine hohe Leistung über den gesamten Einstellbereich von Unendlich bis in den absoluten Makrobereich sicherzustellen. Weil viele Untersuchungen dies nicht zeigen, wurde hier nun ein Test durchgeführt speziell bei diesem Maßstab. Neben 3 um 100 mm Brennweite liegenden Objektiven und 3 mit exakt 180 mm wurde das Sigma 50 mm einbezogen und zusätzlich ein Spezialist in diesem Bereich, das MP-E65 Lupenobjektiv.
|
| Maße: |
|
|
Durchmesser | Filter |
|
| Canon 100 |
|
|
|
|
|
| Sigma 105 |
|
|
|
|
|
| Tamron 90 |
|
|
|
|
|
| Canon 180 |
|
|
|
|
|
| Sigma 180 |
|
|
|
|
|
| Tamron 180 |
|
|
|
|
|
| Canon MPE 65 |
|
|
|
|
|
| Sigma 50 |
|
|
|
|
|
|
Erläuterungen: * bei den effektiven Arbeitsabständen: wenn die Frontlinse relativ tief ins Objektiv eingebaut ist, erübrigt sich eigentlich eine spezeille Sonnenblende. Ist der Bautyp anders mit abschließender Fronlinse, ist eine Sonnenblende ein Muß. Da diese Sonnenblenden teilweise sehr lang sind, verändern sie den effektiven Arbeitsabstand deutlich, weshalb in dieser Spalte bei solchen Objektiven zunächst der effektive Abstand angegeben wird, davon abzuziehen ist die Länge der notwendigen Sonnenblende (-), es verbleibt der effektive Abstand. Da diese Blenden speziell bei den 180ern wirklich riesige Teile sind, sollte man sich ggf. überlegen, hier eine andere Blende zu montieren. * bei Canon MPE 65: das Objektiv kann nur auf einen Bereich von 1:1 bis 5:1 bezogewn auf KB eingestellt werden, an einer 1,6-Crop-Kamera ergibt sich ein Maßstab von 1,6-8x bezogen auf KB. Der Arbeitsabstand bezieht sich auf 1:1 bzw 1,6:1. * beim Sigma 50: setzt man die knapp 3 cm hohe Sonnenblende auf, wird das Objekt bei 1:1 sehr stark abgeschattet, was die Nutzbarkeit dieser Einstellung doch sehr einschränkt. |
![]() |
Die Sigmas: Das 180er ist wirklich robust gebaut, alle Einstellring spielfrei, es hat den solidesten Anschluß der Sonnnenblende aller 3 180er Makros. Der AF ist lahm trotz Ultraschallantrieb. Die beiden anderen Brennweiten fallen mechanisch gegenüber allen anderen Objektiven im Test ab, die weit rausfahrenden Tuben haben ganz schön Spiel, beim 50er noch mehr als beim 100er. Der AF-Geschwindigkeit von 50er und 100er ist die langsamste im Test, zudem häufig noch pumpend nur unsicher treffend mit Backfokus-Tendenz. Man hat den Eindruck, daß die "verfügbaren Schritte" zu groß sind. Die Frontlinsen vom 50er und noch mehr vom 100er liegen recht tief in der Fassung, so daß man auf die Schraubblenden meist verzichten kann. |
![]() |
Die Canons: Das 180er wie auch das 100er sind Ultraschallobjektive, das 100er wirklich sehr fix, mit weitem Abstand das schnellste Objektiv im Test, allerdings nicht immer ganz treffsicher, was sich auch in den Tests teilweise niederschlug. Trotz USM ist das 180er lahm, sinnvoll ist es manuell in die Nähe der Schärfe zu stellen, dann wird die exakte Schärfe rasch erreicht. Läßt man es bei Unendlich starten, vergehen einige Sekunden, bis überhaupt etwas passiert. Das in der Mitte abgebildete MPE65 ist ein Lupenobjektiv ohne AF, fährt ungeheuer weit heraus. Alle Canons sind grundsolide gebaut (unerreicht von den Anderen, dafür auch deutlich schwerer), alle Einstellringe wunderbar, besonders schön die Möglichkeit, in den laufenden AF manuell eingreifen zu können. Anschlußringe für die Makro-Blitze sind bei 100er und MPE65 direkt integriert, das 180er braucht einen Adapterring wie alle Fremdobjektive. Schlankweg Billig sind die Canon-Plastikblenden für 180er und 100er. |
![]() |
Die Tamrons: Beide haben eine Kunststoff-Fassung, beim 90er sofort zu sehen, beim 180er hat man den Eindruck, eine Metallfassung in der Hand zu haben. Trotz Kunststoff-Fassung absolut spielfreier Lauf, auch der lang herausfahrende Tubus des 90er hat keinerlei Spiel. Beide Objektive sind die Leichtesten ihrer Klasse. Der mechanische AF ist deutlich zu hören, mäßig in der Geschwindigkeit, aber etwas schneller als die mechanischen Sigma-Antriebe. Herausragend ist die AF-Treffsicherheit, eindeutig besser als bei den Canon-Optiken, was verblüffte. Unschön ist die notwendige AF/MF-Umschaltung am manuellen Einstellring (vor/zurück), was soviel Kraft erfordert, daß bei Makro-Arbeit häufig die Einstellung am Stativ verschoben werden dürfte. Das 180er Tamron hat ein zusätzliches, seltsames Feature. Es besitzt ganz vorn eine Drehmechanik, die die Filterfassung rotieren läßt. Man kann dadurch z.B. einen aufgestzten Polfilter drehen, obwohl die Sonnenblende aufgesetzt ist. Das hat bei der Verwendung des 24EX-Twin-Blitzes den Haken, daß sich die beiden Blitze spontan je nach Schwerkrafteinwirkung irgendwo hin drehen. Schön wäre eine Verriegelungsmöglichkeit dieser Mechanik. Beim 90er kann man auf die Blende sicher verzichten wegen der tief innen liegenden Frontlinse, beim 180er nicht - diese ist robust, innen mit Rillen versehen (!), gut aufsetzbar. |
| Fazit: in der Robustheit sind die Canon-Objektive unerreicht, wenngleich auch Sigma 180 und Tamron 180 sehr solide sind. Popelig sind die Plastikblenden, die nur schlecht aufsetzbar sind, so daß das Bajonett am Objektiv wie auch das der Blende bald Gebrauchsspuren zeigen. Die Blenden aller anderen Objektive sind eindeutig besser. Die beiden anderen Sigmas wirken "klapprig", der Tubus hat eindeutig Spiel. Das Tamron 90 wirkt etwas billig durch das Plastik-Design, die Mechanik ist aber absolut spielfrei. |