Macros Tamron SP 90 alt, Tamron SP 90 DI neu und Canon 100 USM

(Vergleichsaufnahmen an der 1Ds, das neue Tamron hatte Nikon-Anschluß, dies mit Adapter benutzt)

(klick auf ein Bild lädt große Version, keinerlei EBV-Bearbeitung hinsichtlich Kontrast oder Schärfe)

 Mit dem neuen Tamron 2.8/90 DI Macro wurde, so der Hersteller, eine verbesserte und insbesondere digital optimierte Version des bekanntermaßen hervorragenden Tamron 2.8/90 mm SP auf den Markt gebracht. Das Bild zeigt alle 3 im Vergleich untersuchten Macros nebeneinander, links die beiden Tamrons ohne die mitgelieferte Sonnenblende (man kann in Anbetracht der extrem tiefliegenden Frontlinse ohnehin nicht glauben, daß eine zusätzliche Sonnenblende etwas bringt), rechts das Canon, auf dem man wegen der fast bündig mit der Vorderkante abschließenden Frontlinse zwingend eine Sonnenblende benutzen muß.

Das Canon besticht mit einem wunderbar schnellen Ultraschall-AF, der Stangen AF beider Tamron ist im Vergleich dazu schlankweg lahm.

Das Canon ändert seine Länge beim Fokussionieren nicht, beide Tamrons fahren einen langen Fronttubus aus, bei Unendlich-Einstellung sind sie erheblich kürzer als das Canon verpackbar, das Canon ist in einem normalen Fotorucksack aufrecht kaum unterzubringen.

 

 

 1:1- Macro-Vergleich f=2.8 und f=16

 

100 % Bildausschnitte aus dem Motiv oben (jeweils bei bester Schärfe (ich habe den wegrollenden kleinen Z-Eisenbahnwagen mehrfach neu aufstellen müssen, wodurch sich die Schärfebene geringfügig verschob)) im Vergleich bei 1:1 Macro-Einstellung, links bei f=2.8, rechts bei f=16, jeweils von oben: Tamron neu, Tamron alt, Canon. Die beiden Tamrons zeigen keinen relevanten Unterschiede in überragender Bildqualität (auch nicht bei unterschiedlichen Blenden), das Canon fällt etwas ab, insbesondere durch chromatische Aberationen, wenngleich auch das Canon absolut auf hohem Niveau liegt.

 

 Portrait-Entfernung f=8

100 % Bildausschnitt Keine relevanten Unterschiede, leichte Schärfendifferenzen liegen an minimaler Differenz der Lage der Schärfeneben. Etwas warme Tönung des älteren Tamrons.

 

 Naturobjekt, kritische Farbe, f=8

Vergrößerung etwa 1:3,5 !

Hier zeigen Canon und neues Tamron Vorteile, die warme Tönung des älteren Tamrons verfälscht etwas den Farbton. In der Schärfe zeigt keines der Objektive einen relevanten Vorteil.

In anderen Vergleichsaufnahmen zeigte das Canon ein besonders schönes Bokeh.

 

 Vignettierung f=2.8

Streifen-Ausschnitte vom oberen Bildrand

Hier dominiert ebenfalls das Canon, beide Tamrons vignettieren etwas, zwischen f=4 und f=5.6 ist dies aber nicht mehr zu sehen.

Die Angabe von Tamron, hier etwas geändert zu haben, kann nicht bestätigt werden, altes und neues Tamron Macro liegen etwa gleichauf.

 

 Mein Fazit:

Das neue Tamron-Objektiv ist optisch genauso hervorragend wie das alte, relevante Schärfe-Unterschiede sind nicht feststellbar. Verbessert wurde die Vergütung, die jetzt farbneutraler ist. Unverändert zeigt das Canon im Bereich von Vergrößerungen höher als 1:2 Schwächen, die sich aber durch eine hochwertige Vorsatzlinse bekannterweise korrigieren lassen. Im übrigen Bereich kann das Canon voll mithalten, ist sehr farbtreu, brilliert mit dem schnellen USM-AF und zeigt praktisch keine Vignettierung, während beide Tamrons hier leichte Schwächen zeigen.

Alle 3 Objektive liegen auf höchstem Niveau.