Andalusien: die Herbstblüher
Liste der gefundenen Arten in der Übersicht mit Vorbemerkungen:

Achillea ageratum

Amaranthus spec.
Amaryllis belladonna
Ein Neophyt aus Südafrika

Arisarum simorrhinum (neben A. vulgare)

Asclepias curassavica
Neophyt, interessant als Raupenpflanze für den Monarchen, siehe auch dort.

Biarum carratracense
Dies ist ein ganz schwieriges Kapitel. Neben Biarum carratracense werden in der Flora Iberica B. mendax und B. dispar genannt. In der BZ sollten sie sich nicht sehr unterscheiden, so dass wir sie ggf. hätten finden können. Völlig kontroverse Angaben und Bilder finden sich hinsichtlich der Morphologie. Wir haben Pflanzen an vielen Fundorten gefunden, wobei die Zahl nicht blühener Pflanzen die mit Blüte weit, weit übersteigt. Häufig sind Pflanzen, die ein Büschel stumpf endender, lanzettlicher Blätter als Rosette hervorbringen, die an der Basis schmaler werden, ein Stielanteil ist praktisch nicht erkennbar. Diese Blätter zeigen oft bis fast immer einen gekräuselten Rand (ähnlich B. idomaeum auf Kreta). Ein Problem stellt die Tatsache dar, dass Blüten vor den Blättern erscheinen, so dass neben der Blüte nur ein Teil/eine Spitze eines Blattes, aber nie voll entwickelte Blätter zu finden waren, sondern nur als Jungpflanzen / abgeblühte Pflanzen (ohne dass man noch einen Spatha-Rest fand) in der Umgebung. Es gab auch Blüten, neben denen breit ovale Blätter hochkamen, die dann lang gestielt waren. Die Blüten selber waren auch sehr unterschiedlich. Bei der Spadix gibt es 2 Typen, sehr dünn (4-5 mm Durchmesser, aber auch fast fingerdick, von dunkelviolett braun bis gelb. Spatha hochstehend, immer recht schmal (bis wenig über 3 cm, dabei aber bis 20 cm hoch, dunkel violett, nach aussen umgebogen oder tütenförmig eingerollt. An den Rändern, besonders nah des Grundes manchmal gekräuselt, aber auch völlig glatt. Bei einigen Pflanzen konnte man am Grund Scheinblüten an der Spadix erkennen, bei den meisten hätte man aber die Pflanze ausbuddeln müssen, um dies zu erkennen.
Diese Formen wuchsen praktisch immer durcheinander, typisch an relativ stickstoffreichen Orten in Weidegebieten wie Pferchen o.ä.
Ob wir nun 2 Arten gefunden haben, möglicherweise auch Übergänge oder ob alle Pflanzen B. carratracense zuzuordnen sind - wir kamen zu keinem schlüssigen Urteil.

Cactus, Cylinddropuntia spec.

Centaurium erythraea subsp. grandiflorum

Cephalaria leucantha

Chamaerops humilis

Cichorium spec.

Colchicum lusitanicum (bivoniae)
Noch so ein Kapitel unklarer/zweifelhafter systematischer Einordung. Die Flora iberica spricht nur von C. lusitanicum, nennt aber eine ganze Latte von Synonymen, darunter C. autumnale ssp. lusitanicum aber auch C. lusitanicum ssp. bivoniae. Praktisch alle Pflanzen, die wir fanden, hatten Blüten so gross wie bekannte griechische C. bivoniae mit intensiver Schachbrettzeichnung. Selten einmal waren die Blütenkronblätter schmaler. Die Art ist selten, wir haben sie nur südlich Facinas gefunden.

Crocus serotinus
Von dieser Art werden 2 Unterarten (serotinus, clusii) geführt - in der Natur geht das so durcheinander, das man diese bestenfalls als var. oder forma bezeichnen kann.

Cuscuta - 2 Arten: auf Daphne gnidium schmarotzend, C. planiflora ?

Daphne gnidium

Delphinum peregrinus s.l.

Dianthus broteri

Drosophyllum lusitanicum
Lokalendemit aus Andalusien, Südportugal, Marokko. Es soll die effektivste Carnivore sein. Völlig untüypisch der Wuchsort für eine solche Pflanze: vegetationsarme, verwitterte offende Sandböden über dem Fels, über dem die Pflanzen immer weiter, vieljährig wachsen abgestorbene Blätter hängen dann am Stamm hinunter, wöhend oben eine kräftige Rosette weiter wächst, aus der auch die Blüten erscheinen.

Erica vagans

Euphorbia paralias

Globularia alypum

Gomphocarpus fruticosus

Heliotropum europaeum

Iris planifolia

Kikxia spec.

Lapiedra martinezii
Nur noch fruchtend gefunden, häufig z.B. um Ardales, blüht wohl zur gleichen Zeit wie ihre nächste Verwandte, die Dünen-Trichternarzisse, der sie auch ähnelt. Fast immer in Felsspalten, immer auf Kalk.

Leucojum autumnale
Sehr häufig, immer wieder gefunden !

Linaria clemetei

Loperia maritima

Mandragora officinalis

Merendera filiformis
An diversen Stellen gefunden, sollte eigenetlich eine ziemliche Rarität sein.

Narcissus cavanillesii
Narcissus elegans - malacitanus
Die kleine andalusische Population wurde neu als N. malicatnus beschrieben.
Narcissus miniatus
Narcissus papyraceus
Narcissus serotinus
Narcissus viridiflorus

Bemerkenswert der extrem frühe Fund blühender N. papyraceus. N. elegans gab es nur noch ein paar blühende Pflanzen, ein grösser Fundort war abgesperrt und uns nicht zugänglich.
Wir vermuten, dass wir ein ungewöhnlich günstiges Jahr (viel Regen) erwischt haben, speziell die Unmassen N. viridiflorus südlich Facinas haben uns sehr erfreut. Ebenso einige bemerkenswerte neue Fundplätze. Trotzdem muß man klar feststellen, dass speziell die Narzissen absolut sehr selten sind, einerseits mangels geeigneter Biotope, noch mehr aber, weil durch die stark zersiedelte Landschaft auch Weidegebiete kaum zugänglich sind. Wenn man auf "gut Glück" dorthin zu fährt, wird man kaum eine Art sehen.

N. miniatus wird ja als Synonym zu N. obsoletus geführt, diese soll dann praktisch eine Verbreitung durch das gesamte Mittelmeer haben, während N. serotinus und N. elegans (diese Lokalsippe wurde kürzlich als N. malacitanus neu beschrieben) auf den Westen des Mittelmeers beschränkt sein sollen. Dies ist falsch. Die Pflanzen auf Kreta und auf der Peleponnes sind N. serotinus zuzuordnen.

Narcissus cavanillesii x minatus = N. perezlarae
Narcissus cavanillesii x serotinus = N. x alentejanus
Narcissus miniatus x serotinus
Narcissus miniatus x viridiflorus = N. x alleniae

Prospero autumnalis

Putoria calabrica

Ranunculus bullatus

Salsola kalii

Satureja obovata

Smilax officinalis

Solanum linnaeanum und alatum

Spiranthes spiralis

Triglochin barrelieri
Häufig an feuchten Wiesenstellen, meist zusammen mit Prospero autumnalis


Tiere:

Argiope lobata - Suedliche Wespenspinne
Danaus plexipus - Monarch
Gottesanbeterin
Gyps fulvus - Gaensegeier
Iberischer Steinbock
Kuhreiher
Waldrapp